Wie gelingen eigentlich erfolgreiche TED Talks? Ich fand zwei Ansätze, die erläutern, wie man auf der TED-Bühne als Redner glänzt: den offiziellen und die Parodie. Die Parodie gefiel mir auch nicht übel. Schauen Sie doch mal, was Ihnen hilft. Der Begründer der TED Talks, Chris Anderson, sprach auf seiner eigenen Konferenz. Sein Thema: What makes a great talk great. Hier Andersons wichtigste Tipps, wie man in 18 Minuten einen großartigen Vortrag bei TED hält.

TED-Talks, die offiziellen Tipps:

Erzähle eine Idee, die das Publikum gern teilt

Darum, sagt Anderson, gehe es im Kern bei den TED Talks. Wer seine Firma oder sein Produkt präsentieren will, sei falsch. Ideas worth spreading – das sei das Motto von TED und das Motto von jedem einzelnen Vortrag.

Hole das Publikum ab

Mach die Leute neugierig. Gib ihnen einen Grund, dir zu folgen. Anderson erzählt ein Beispiel aus einem TED Talk über Malaria. „Since the stone age more than half of the deaths of human kind have been from one disease.“

Zeige Verletzlichkeit

Sei authentisch und auf keinen Fall arrogant. Ein gutes Beispiel ist meiner Meinung nach der TED Talk von Monica Lewinsky The price of shame. Da lässt sie das Publikum tief in ihre Seele blicken. Zumindest wirkt es so.

Substanz vor Form

Einer der Schlüsselsätze von Anderson ist: „You’d rather have substance than a perfect delivery.“ Inhalt vor Form. Auch hier halte ich Monica Lewinskys TED-Talk für ein gutes Beispiel: Sie steht die ganze Zeit schüchtern auf der Stelle. Vor ihr ein Notenständer mit dem Manuskript der Rede.

Finde die richtige Headline

Anderson sagt, dass der Vortrag nicht funktioniere, wenn die Headline versage. Nicht „Some thoughts about 3D printing.“ Das interessiere niemanden. Lieber so: „Printing that is going to change health care.“ So klinge nach einem Thema, worüber das Publikum gern mehr wissen will. Einem Thema, das die Chance habe, geteilt zu werden.

Beschränke dich

Weniger ist mehr – das ist Andersons Grundaussage. Ein Vortrag bewege sich in Schritten. Allzu viele Schritte seien in 18 Minuten, der Länge eines TED Talks, nicht möglich. Wer zu viele Schritte wage, der laufe Gefahr, sein Publikum abzuhängen.

Sei humorvoll

Anderson betont, dass die meisten erfolgreichen TED Talks humorvoll seien. Humor verbinde die Menschen und bewege sie dazu, sich mit dem Sprecher auf eine gemeinsame Reise zu begeben. Letztlich sind fast alle TED Talks ein Beispiel für diesen Tipp – jeder auf seine Art.

Der Comedian Pat Kelly parodiert und erklärt zugleich Inszenierung und Körpersprache eines erfolgreichen TED Talks. Wer seinen Vortrag gehört hat, der wird die Tricks hinter den Talk durchschauen. Wahrscheinlich wird er auch kein TED Video mehr sehen können, ohne zu schmunzeln. Hier sind Kellys wichtigste Beobachtungen.

TED-Talks: die inoffiziellen Tipps

Bedeutungsvolle Wiederholungen

In 2009, sagt Kelly, habe er einen thought leader getroffen und gefragt, was ihn wohl zu einem thought leader mache. Die Antwort: I don’t know. Drei Mal wiederholt mit unterschiedlicher Betonung. Ein Mal gesagt klinge das albern. Die Wiederholung sei der entscheidende Punkt.

Plakative Charts

Kelly zeigt ein Bild der Erde, mit Text, ohne Text. Imposante Charts, sagt er, würden den Eindruck vermitteln, er wisse wovon er rede.

Ansteckendes Lachen

Kelly geht auf die andere Seite der Bühne, ändert die Tonhöhe, lacht, während er spricht. Das Publikum lacht mit. „I’m going to tell you a remarkable story … It’s funny. And you know it’s funny because I’m laughing.“ Das klappt wirklich erstaunlich gut.

Sonore Stimme

Langsam sprechen. Sonore Stimme. Direkter Blick ins Publikum. Aufzählung mithilfe der Finger. Diese Körpersprache gebe dem Publikum das Gefühl, das seien jetzt definitiv bedeutsame Punkte.

Große Gesten

Für das Finale eines Vortrags wählt Pat Kelly große Gesten und ein bescheidenes Nicken als Dankeschön für den Applaus. Eindrucksvoll, wie die Körpersprache wirkt, obwohl er wirklich nur schwafelt.

Schöne Parodie: Nichts gesagt, alle inspiriert.