Von Nobelpreisträgern lernen: Hier sind 8 starke Prinzipien, die Nelson Mandela, Shirin Ebadi und der Dalai Lama in ihren Dialogen anwenden. Ich entdeckte sie im „Little Book on Dialogue“ des Nobel-Friedenszentrums.

„The best weapon is to sit down and talk“, sagt Nelson Mandela. Setzt euch hin und sprecht mit jemandem, mit dem ihr reden wollt und seht, was passiert! Storytelling und Storylistening. Folgt dabei diesen Grundregeln.

Von Nobelpreisträgern lernen: 8 Prinzipien für den Dialog

1. Mache Dialog zu deiner Grundhaltung

Dialog ist mehr als eine Fähigkeit zu kommunizieren. Es ist vielmehr eine Grundhaltung, die darauf zielt, Menschen respektvoll, offen und mit Neugier zu begegnen. Das ist umso wichtiger, je schwieriger die Situation ist, in der du dich befindest. Dialog als Grundhaltung lässt andere und auch dich selbst wachsen und sorgt für positiven Change.

2. Schaffe sichere Räume

Safe Spaces sind elementar für erfolgreichen Dialog, vor allem in aufgeheizten Konflikten. Als Facilitator bist du weder Anwalt noch Ankläger, sondern jemand, der hilft, dass jeder gehört wird und dass es sicher ist, offene und kritische Fragen zu stellen. Vertrauliches bleibt vertraulich.

3. Schließe in deinen Dialog alle relevanten Parteien ein

Wer entscheidet und wer sollte zu einem Dialog eingeladen werden. Exklusion führt zu Spaltungen. Inklusion dagegen bringt nicht nur mehr Menschen in einen Dialog, sondern macht die Menschen verantwortlich, gibt ihnen das Gefühl, dazu zu gehören. Konflikte zu lösen bedeutet: Alle an den Tisch zu bringen.

4. Höre gut zu

Gut zuhören bedeutet emphatisch zuhören. Keine ungefragten Ratschläge. Oder Unterbrechungen. Auch keine Umleitungen zu eigenen Themen. Empathie heißt: die Situation zu verstehen, in denen sich andere Menschen befinden. Ihre Gefühle zu verstehen. Und andere nicht voreilig zu verurteilen.

5. Lass jeden seine Erfahrungen teilen

In ausgewogenen Dialogen ist es wichtig, dass wir die Erfahrungen anderer als ebenso bedeutsam einschätzen wie unsere eigenen. Von Nobelpreisträgern lernen bedeutet nicht, dass wir rassistische oder sexistische Statements akzeptieren – es geht erst einmal darum zu verstehen, was deren Wurzeln sind.

6. Stelle Fragen

Offene Fragen zu stellen ist fundamental, um Menschen besser zu verstehen, insbesondere wenn diese ganz andere Positionen vertreten als du selbst. Die Fragen sollten Reflexion und Neugier fördern. Verständnis dafür, warum wir tun, was wir tun, glauben, was wir glauben.

7. Rede über die heiklen Themen

Dialog ist nicht Wattepusten. Es geht darum zu wagen, die heiklen Themen auf die Agenda zu bringen. Nur so können wir Brücken bauen, sei es zwischen Menschen oder zwischen Nationen. Das bedeutet: Raus aus den Echokammern von Social Media.

8. Trage zu Vergebung und Wiederversöhnung bei

Dialog schafft eine Basis für konstruktive Lösungen. Erzwungene oder auf die Schnelle herbeigeführte Lösungen sind nicht nachhaltig. Von Nobelpreisträgern lernen heißt, die Wahrheit zu sagen, dem Schmerz Ausdruck zu verleihen, zu vergeben und, wenn möglich, unsere Beziehungen zu erneuern.